Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde des BUCHKONTOR HAMBURG,

hiermit möchte ich Sie / euch ganz herzlich zu einer weiteren Lesung im BUCHKONTOR HAMBURG einladen. Peter Garcia ist zu Gast und wird  am 19.03.2020 um 20:00 Uhr aus seinem Buch “Franzosenbalg” lesen.

Peter Garcia beschreibt anschaulich das Leben eines Besatzungskindes im Nachkriegsdeutschland, dessen Bevölkerung noch in weiten Teilen vom nationalsozialistischen Gedankengut durchdrungen war. Die Mutter, eine Deutsche, der Vater, ein französischer Soldat mit algerisch-spanischen Wurzeln. Peter, der Sohn aus dieser Beziehung, erlebt von Kindheit an Rassismus und Gewalt innerhalb und außerhalb seiner deutschen Familie. Man schimpft ihn Franzosenbalg, Judenbengel, nordafrikanischer Bastard, Kümmeltürke und Kanake. Erst mit 14 Jahren erfährt er von seinem biologischen Vater, und er begreift seine Andersartigkeit und das Verhalten seiner Umwelt im gegenüber. Lange Phasen seines Lebens ist er unruhig, wurzellos. Er begibt sich auf die Suche nach seinem Vater und somit nach seiner eigenen Herkunft und seinem Platz in dieser Welt. Auf dem langen Weg zur Klärung seiner Identität, die ein Vierteljahrhundert dauert, reist Garcia um die Welt, trifft jede Menge interessante Menschen, übt die verschiedensten Berufe aus, wird zeitweise Kommunist, aber auch Dritte-Welt-Fan und erforscht die bunte Mischung seiner Vorfahren. Unter abenteuerlichen Bedingungen findet er schließlich seinen Vater. Aber er findet auch seine große Liebe, eine Kölner Buchhändlerin, mit der er seit 34 Jahren hier in Hamburg-Eimsbüttel lebt.

Der mittlerweile 70-Jährige hat sich in seinem Buch nicht nur seine Leidens- und Lebensgeschichte von der Seele geschrieben. Er will auch politisch Position beziehen in der Zuwanderungsdebatte, in der sich manche wieder ein biologisch oder kulturell einheitliches Volk herbeiwünschen. „Völker sind zum Mischen da“ – diesen Untertitel seines Buches meint Garcia ernst. „Wir alle sind Resultate eines Mischungsprozesses” sagt er selbst und entlarvt sachlich, aber entschieden, die Idee der reinen Rasse als eine Verweigerungshaltung gegenüber nachprüfbaren Tatsachen, insbesondere anhand der unzähligen Völkerwanderungen innerhalb der Weltgeschichte.

Der Autor nimmt seine Leser mit auf eine lange persönliche Reise mit vielen interessanten Stationen seines Lebens. Ein politischer und zugleich anrührender Roman –  unbedingt lesenswert mit viel Stoff zum Nachdenken, insbesondere bezüglich der immer noch aktuellen Flüchtlings- und Migrationsgegenwart.

Wie immer ist der Eintritt frei. Bei Teilnahme an dieser Lesung möchten wir Sie wegen der begrenzten Anzahl an Plätzen um Voranmeldung bitten: per Mail unter info@buchkontor.hamburg, telefonisch unter 040-50034077 oder direkt im Laden.
Bogenstraße 3 · 20144 Hamburg